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Heinrich Böll, Edith Buse und Fritz Wilhelm werden gewürdigt

Die von Marienfeld (Hintergrund) am Friedhof vorbei (links) nach Neßhoven führende Straße

Klarheit herrscht nun über die Vorschläge zur Umbenennung verschiedener Straßen im Gemeindegebiet. Ende November hatte der gemeindliche Haupt- und Finanz-Ausschuß bereits die Benennung eines bislang namenloses Fußwegs entlang des Sportplatzes in Marienfeld nach dem tödlich verunglückten Marko Tillmann beschlossen. Alle anderen Entscheidungen vertagte das Gremium, um die Thematik zuvor in einem eigens gegründeten Arbeitskreis unter Beteiligung des Historikers Hartmut Benz zu behandeln (wir berichteten).

Teils gemäß dieser Vorbesprechungen, teils aber auch entgegen des Votums des interfraktionellen Arbeitskreises, fiel nun die Entscheidung über die Vorschläge, drei sehr unterschiedliche Personen mit Bezug zu Much durch eine Straßenbenennung zu würdigen.

Unstrittig war die Frage bezüglich des bedeutenden Dichters Heinrich Böll, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie in Marienfeld und Neßhoven untergebracht war und hier prägende Erfahrungen erlebte. Nicht - wie zunächst vorgeschlagen - eine Straße im geplanten Baugebiet Stockemssiefen, sondern eine bestehende Straße soll nach ihm benannt werden. Es handelt sich um die Verbindungsstraße zwischen Marienfeld und Neßhoven. Sie führt am örtlichen Friedhof vorbei, auf dem ein im Säuglingsalter verstorbener Sohn Heinrich Bölls seine Ruhestätte gefunden hat. Die bislang unbezeichnete Straße soll künftig den Namen "Heinrich-Böll-Weg" tragen.

Inwieweit gerade die Bezeichnung "Weg" zukünftig Verwechslungsgefahr mit dem Themenweg "Böllweg" des 'Bergischen Wanderland' verursacht, muß abgewartet werden. Der "Böllweg", der bisweilen ebenfalls als "Heinrich-Böll-Weg" bezeichnet wird, verläuft auf einem 12 Kilometer langen Rundkurs zwischen Berghausen und dem Homburger Bröltal. Zu seiner Wegführung gehört auch die gesamte Länge der nun "Heinrich-Böll-Weg" bezeichneten Straße.

Die zum Schulzentrum führende Straße 'Im Bonnenfeld' - (Archivfoto)

Unklarer war die Benennung einer Straße nach Altbürgermeister Fritz Wilhelm. Dagegen sprach die Empfehlung, keine Straße nach lebenden Personen zu bezeichnen, weil deren Lebensleistung nicht abgeschlossen und eine Bewertung nur rückblickend erfolgen könne. Der Arbeitskreis fand hier den Ausweg, daß eine Benennung in Ausnahmefällen auch zu Lebzeiten erfolgen könne. So entschied der Haupt- und Finanz-Ausschuß auch in diesem Falle einstimmig, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen. Er sieht die Umbenennung der Straße 'Im Bonnenfeld', der die heutige Realschule (und spätere Gesamtschule) sowie die zugehörige Sporthalle anbindet und als Bushalteschleife dient, in "Fritz-Wilhelm-Straße" umzubenennen. Mangels Anliegern sind sonst keine Änderungen notwendig. Allerdings sei denkbar, daß die Adresse der Gesamtschule, die derzeit der Schulstraße zugeordnet ist, künftig den neuen Straßennamen tragen wird.

Strittig fiel die Bewertung bezüglich der vor zwei Jahren verstorbenen Edith Buse aus. Die Kölnerin hatte zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs den ersten Kindergarten Muchs aufgebaut und elf Jahre lang in Eigenregie betrieben, bevor er später in den Katholischen Kindergarten überging. Der Vorschlag lautete, den am Kindergarten vorbeiführenden Buchenweg in "Edith-Buse-Weg" umzubenennen. Auch hier gibt es - neben dem Kindergarten, der aber die Anschrift Birkenweg trägt - keine direkten Anlieger, denen Aufwand entstehen könnte. Im Arbeitskreis aber entstand mit zwei Pro- (CDU, FDP) und zwei Contra-Stimmen (SPD, Grüne) sowie einer Enthaltung (Bündnis 2014) eine Patt-Situation. Somit hatte der Vorschlag keine Mehrheit gefunden.

Der Ausschuß setzte sich über diese Entscheidung hinweg und behandelte das Thema erneut, was teils auf Unverständnis stieß, weil der Arbeitskreis damit unnötig gewesen wäre. Insbesondere die von diesem neuerstellte Richtlinie, daß die betreffende Person eine "Lebensleistung in besonders vielfältiger Weise" erbracht haben müßte, hatte zur Ablehnung im Fall Edith Buse geführt. Nach erneuter Diskussion und dem Plädoyer eines Bürgers in einer kurzen Sitzungsunterbrechung sprach sich der Ausschuß gegen die Stimmen von SPD und Grünen für die Umbebennung des Buchenwegs aus. Allerdings muß der Gemeinderat alle getroffenen Entscheidungen noch abschließend bestätigen, bevor diese rechtswirksam werden.

Der Buchenweg zwischen Schulstraße und Birkenweg, rechts der Kindergarten - (Archivfoto)

Zwei weitere Straßen-Neubenennungen stehen an, sobald das projektierte Wohngebiet Stockemssiefen im Südosten Marienfelds realisiert wird. Hier sollen die Haupterschließungs-Straße und eine Stichstraße benannt werden, wofür die Gemeindeverwaltung der Politik Vorschläge unterbreiten will. Dabei sollen die vom Arbeitskreis aufgestellten und vom Ausschuß einstimmig bestätigten Richtlinien angewendet werden, die wie folgt lauten :

  • Eine Neu- oder Umbenennung einer Straße erfolgt nur in den drei Ortschaften Much, Marienfeld, Kranüchel und in den Gewerbegebieten in Bitzen und Bövingen.
  • In den Außenorten erfolgt keine Straßenbenennung.
  • Der Antrag auf Benennung einer Straße kann nur von einem Mucher / einer Mucherin oder einer Person, die einen Bezug zu Much hat, gestellt werden.
  • Eine Straßenbenennung soll nur nach Persönlichkeiten aus Much erfolgen.
  • Die Person muß / soll eine Lebensleistung in besonders vielfältiger Weise erbracht haben.
  • In Ausnahmefällen kann auch zu Lebzeiten eine Benennung erfolgen.

 

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Ältere Meldungen zum Thema :

Straßen-Umbenennungen - eine Entscheidung gefallen

Der Buchenweg führt vom Katholischen Kindergarten am Birkenweg zur Schulstraße

30.11.2014 - Straßen-Neu- und Umbenennungen beschäftigten den Haupt- und Finanz-Ausschuß bei seiner jüngsten Sitzung. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt war die Umbenennung des Buchenwegs in Much thematisiert worden. Dieser führt - überwiegend als Fußweg - von der Schulstraße zum Birkenweg. An diesem liegt der Eingang zum katholischen Kindergarten. Nicht zuletzt aus diesem Grund war vorgeschlagen worden, den Weg nach der ersten Kindergärtnerin Muchs in "Edith-Buse-Weg" umzubenennen. Die aus Köln stammende Edith Buse (1923-2013) war von 1944 an 39 Jahre lang als Kindergärtnerin in Much tätig, nachfolgend noch als Blockflöten-Lehrerin.

Noch länger - schon seit 2007 - steht der Vorschlag im Raum, eine Straße nach dem Dichter Heinrich Böll zu bezeichnen, der in der Kriegs- und Nachkriegszeit zeitweise in Marienfeld und Neßhoven wohnte. Durch die geplante Neuausweisung und Realisierung des Wohngebietes "Stockemssiefen" im Südosten Marienfelds ergibt sich die Möglichkeit, dessen Haupterschließungs-Straße nach Heinrich Böll zu benennen. Diesen Vorschlag unterbreitete die Gemeindeverwaltung.

Ein weitere Anregung betraf die Bezeichnung einer Straße nach dem Altbürgermeister Fritz Wilhelm. Die Schulleitung der Gesamtschule hatte zwischenzeitlich den Vorschlag abgelehnt, die Schule selbst dementsprechend zu benennen. Nun liegt statt dessen ein Wunsch vor, die Straße 'Im Bonnenfeld' vor dem Schulzentrum, an der außer der Realschule (die jedoch die Adresse Schulstraße trägt) die zugehörige Sporthalle, Parkplätze und Bushaltestellen liegen, in "Fritz-Wilhelm-Straße" umzubenennen.

In allen drei Fällen fiel im Ausschuß noch keine Entscheidung. Statt dessen soll das Thema in einem interfraktionellen Arbeitskreis beraten werden. Diesem Gremium soll auch der Historiker Hartmut Benz angehören, der bereits grundsätzliche Überlegungen zur Benennung von Straßen nach Personen angestellt hat. Er gab bereits die klare Empfehlung, keine lebenden Personen als Namensgeber zu berücksichtigen, vielmehr könne der Verdienst der Lebensleistung erst rückblickend entsprechend gewertet werden. Er nennt den Ortsbezug, den Verdienst, die Vorbildlichkeit und die "Ehr-Würdigkeit" der jeweiligen Person als Kriterien für eine solche Würdigung. Nach seiner Bestandsaufnahme sind derzeit neun Straßen im Gemeindegbebiet nach Personen benannt.

Der Fußweg von der Straße 'Auf der Linde' zum Sportplatz in Marienfeld

Eine schnelle Einigung fand der Ausschuß jedoch bezüglich der Benennung des bislang namenslosen Fußweges (Foto oben) zwischen der Straße 'Auf der Linde' und der Nebenstrecke nach Berzbach in Marienfeld. Der am Kunstrasenplatz des 'VfR Marienfeld' vorbeiführende Weg soll nach einer Anregung künftig den Namen des im Juli mit seinem Motorrad im Bröltal tödlich verunglückten Marko Tillmann (1973-2014) tragen. Mit den Eltern und dem Sportverein, bei dem der 40-jährige lange Zeit - unter anderem als Geschäftsführer - ehrenamtlich tätig war, wurde das Vorhaben bereits abgestimmt. So votierte der Ausschuß einstimmig dafür, den rund 150 Meter langen Fußweg zukünftig "Marko-Tillmann-Weg" zu bezeichnen. (cs)

 

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07. März 2015


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