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Ex-Sportlerheim soll neue Asylbewerber-Unterkunft werden

Das ehemalige Sportlerheim zwischen Skateranlage und Sportplatz bei Much

Über die aktuelle Situation von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Much informierte die Gemeindeverwaltung im Ausschuß für Jugend, Familie und Soziales. Demnach leben derzeit 92 Asylsuchende im Gemeindegebiet, 69 davon männlich, nur 23 weiblich. Das Durchschnittsalter liegt bei 26 Jahren. Sie gehören mehr als zwanzig verschiedenen Nationen an, 37 stammen aus Balkanländern (davon 11 aus dem Kosovo), 8 aus Westafrika, 13 aus Nordafrika und 6 aus Ostafrika. Der erweiterte Nahe Osten ist mit 12 Personen vertreten (davon 7 aus Syrien), der mittlere Osten mit 7, Fernost mit 2. 6 Asylbewerber haben Nationalitäten von Staaten der früheren Sowjetunion, einer macht keine Angaben zu seiner Herkunft.

Die zukünftigen Zahlen seien nicht abschätzbar, eine Verdopplung sei laut Bürgermeister Norbert Büscher möglich. Aus diesem Grund wird intensiv nach weiterem Wohnraum gesucht. Die Gemeinde hat derzeit zwölf Wohnungen angemietet, weitere würden derzeit geprüft. Dort werden bevorzugt Familien einquartiert, weshalb man sich um deren Zuteilung bemühe. Bei dieser Form der dezentralen Unterbringung gebe es keine Schwierigkeiten, gelinge statt dessen eine Integration.

Probleme bereiten Sammelunterkünfte, in denen zumeist Einzelpersonen untergebracht werden. In Much ist dies das Gebäude in Niederheiden, das in vielfacher Hinsicht nicht ideal sei. Es liege "weit an vom Schuß", besitze keine Einkaufsmöglichkeiten und keine direkte Busanbindung. Durch die unterschiedlichen Nationalitäten kam es und kommt es dort weiterhin zu unschönen Situationen. Erst am Wochenende hätten Bewohner im Verlauf eines Streits Zimmertüren ausgehängt und durch die geschlossenen Fenster ins Freie geworfen.

Die Asylbewerber-Sammelunterkunft im Ortsteil Niederheiden (Archivfoto)

Um die seit Jahrzehnten derart beanspruchten Nachbarn in Niederheiden zu entlasten, soll diese Unterkunft mittelfristig aufgegeben werden, so Fachbereichsleiter Stefan Mauermann. Das sanierungsbedürftige Gebäude würde in den kommenden Jahren Investitionen von 250.000 Euro erforderlich machen, unter anderem durch erhöhte Brandschutz-Auflagen.

Aus diesen Gründen soll eine neue Notunterkunft eingerichtet werden. Dafür hat man das frühere Sportlerheim am Sportplatz im Osten Muchs ins Auge gefaßt. Durch seine fußläufige Verbindung zum Ortszentrum sei hier eine menschenwürdigere Unterbringung möglich. Das einstöckige Gebäude soll zunächst zur Unterbringung von sechs bis zehn Personen umgebaut werden. Durch einen neuzuerrichtenden Anbau soll hier Wohnraum für weitere zehn Personen geschaffen werden.

Um dies zu erreichen, muß für die 'Mucher Tafel', die dort derzeit einen Lagerraum nutzt, eine Alternative gefunden werden. Diese könnte - zumindest zunächst für ein Jahr - im "Schülchen" an der Schulstraße untergebracht werden, was den Vorteil hätte, direkt gegenüber der Ausgabestelle der Lebensmittel im Evangelischen Gemeindezentrum zu liegen.

Der Ausschuß beschloß den Um- und Ausbau des Sportlerheims, die Suche eines Ersatzraumes für die 'Tafel' sowie die Vorgabe eines Richtwertes, daß jedem Flüchtling zukünftig mindestens zehn Quadratmeter Wohnfläche (inclusive Gemeinschaftsräume) zur Verfügung stehen sollen. Darüber hinaus folgte der Ausschuß dem Vorschlag der Gemeinde, eine/n Sozialarbeiter/in zur Betreuung der Asylbewerber einzustellen. Der Hausmeister, dem diese Aufgabe derzeit zusätzlich obliegt, könne dieser nicht mehr nachkommen, weil er inzwischen ein Dutzend Unterkünfte und Wohnungen im Gemeindegebiet zu versorgen hat.

Nach einer "Menschen für Menschen" betitelten Auftakt-Veranstaltung im Mucher Jugendzentrum Anfang Februar, zu der neben der Gemeinde auch die beiden Kirchengemeinden eingeladen hatten, seien viele Hilfsangebote für die Flüchtlinge eingegangen. Von der Reaktion aus der Bevölkerung sei man begeistert, so Stefan Mauermann. Vielfach bezogen sich die Angebote auf die Erteilung von Deutschunterricht. Durch die hohe Einzelspende einer Bürgerin oder eines Bürgers, die /der anonym bleiben will, ist die Anschaffung von geeignetem Lehrmaterial möglich.

Wer sich ebenfalls mit Rat und Tat einbringen will, hat bei einer zweiten Informations-Veranstaltung die Möglichkeit, Näheres zu erfahren oder Angebote vorzutragen. Sie findet am 9. März im Jugendheim der Katholischen Kirche an der Klosterstraße statt. (cs)

 

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26. Februar 2015


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