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Nachbarn beklagen Probleme im Umfeld des Asylbewerberheims

Polizeieinsatz vor und über dem Asylbewerber-Wohnheim in Niederheiden

Mit Fremdenfeindlichkeit hat es nichts zu tun, was die Bewohner der Ortschaft Niederheiden seit Monaten umtreibt. In der jüngsten Ratssitzung verdeutlichten mehrere Anwohner aber ihren Unmut über die Entwicklung der derzeit einzigen Mucher Asylbewerber-Unterkunft in ihrem Ort. Es gebe immer massivere Probleme, die Lage spitze sich immer weiter zu. Mitten im Ort, zwischen den Einfamilienhäusern der Niederheidener steht das Mehrfamilienhaus, das seit zwei Jahrzehnten als Wohnheim für Flüchtlinge genutzt wird.

Lange habe es keine Probleme mit den Asylbewerbern aus aller Herren Länder gegeben, berichteten Anwohner. Früher seien dort vielfach Familien untergebracht gewesen. Es habe ein frendliches nachbarschaftliches Miteinander gegeben. Die Anwohner hatten den Flüchtlingen in vielerlei Hinsicht geholfen, ihr Schicksal in einem ihnen fremden Land zu erleichtern. Seit einigen Monaten jedoch sei die Situation unerträglich.

Heute sind zumeist alleinstehende Männer in dem Haus untergebracht. Das allein ist nicht das Problem, doch seien nun Straftaten beinahe an der Tagesordnung - Bedrohungen, Alkoholexzesse, Drogenhandel, Sachbeschädigungen und Müll, der in die Gärten der Nachbarn geworfen wird, werden beklagt, zudem eine Überbelegung des Hauses. Einsätze der Polizei, auch mit Hubschrauber-Unterstützung, von Hundestaffel, Rettungsdienst und Feuerwehr waren inzwischen oftmals in Niederheiden notwendig. Aufgrund der Vielzahl der Einsätze komme die Polizei nur noch im Falle von Straftaten, und dann auch nur nach langer Wartezeit. Im Haus selbst hat die Gemeinde seit mehreren Monaten einen Sicherheitsdienst eingerichtet, der 24 Stunden vor Ort ist.

Besondere Schwierigkeiten habe ein 20-jähriger Marokkaner verursacht, der vor kurzem nach einer Brandlegung in dem Wohnheim und anschließender Flucht festgenommen worden ist (wir berichteten). Dieser habe - so wollen Anwohner erfahren haben - in sechs Monaten 95 Straftaten in Much begangen. Nachbarn seien mehrfach bedroht worden ("Ich stech Euch alle ab"), mit dem angezündeten Gas aus einer Spraydose habe dieser zudem angedroht : "Ich brenne Eure Häuser nieder". Doch es handele sich nicht um einen Einzelfall. "Wir fühlen uns dort nicht mehr sicher, sondern im Leben beeinträchtigt, das geht an die Substanz", so eine Stellungnahme. Anwohner würden sich nicht mehr allein zum Spazierengehen oder Joggen in den benachbarten Wald trauen.

Ein weiteres Problem sei, daß in dem Mehrfamilienhaus Personen solcher Nationalitäten zusammen untergebracht sind, zwischen denen in ihrer Heimat Gewaltkonflikte ausgetragen werden. Der Fehler liege darin, daß die Gemeinde seit langem nur diese eine Unterkunft für Asylbewerber vorhält. Sinnvoller, so die Anwohner, sei, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Dies würde die Integration fördern, weil es größeren Einfluß auf den Einzelnen ermögliche. Obwohl die untragbare Situation der Gemeinde gut bekannt sei, habe sich nichts getan, die Anwohner in Niederheiden fühlen sich alleingelassen. Man müsse sich nicht nur damit beschäftigen, sondern jetzt Lösungen finden, lautete die Botschaft an die Verwaltung.

Mit Ausnahme der Überbelegung räumte Ordnungsamtsleiter Stefan Mauermann die Probleme ein. Derzeit seien nur 24 Personen in Niederheiden untergebracht. Nach der Verhaftung des 20-jährigen sei es in dem Haus wieder ruhiger geworden. So könne auch der Sicherheitsdienst vor Ort nicht dauerhaft finanziert werden. Sollte der Mann aus der Untersuchungshaft entlassen und nach Much zurückgeschickt werden, so würden die Anwohner darüber informiert

Man habe in der Vergangenheit bereits zusätzliche Standorte zur Unterbringung von Asylbewerbern ins Auge gefaßt, dabei habe es Schwierigkeiten mit dem Planungsrecht oder Vorbehalte der Vermieter gegeben. Auch weil aufgrund der aktuellen Lage die Zuweisung weiterer Flüchtlinge zu erwarten sei, sollen andere Objekte angemietet werden. Dann sei auch eine Trennung von Nationalitäten mit Konfliktpotential möglich. (cs)

 

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15. Oktober 2013


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