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'Widder' demonstriert frühe Form der Wasserversorgung

50 Mal pro Minute gibt das Stoßventil des 'Widders' Wasser frei, das zurück in den Bach gelangt

Eine neue Attraktion nicht nur für Technik-Interessierte hat der Verein 'MuchMarketing' vor drei Monaten bei Niederbonrath installiert und vor kurzem offiziell eingeweiht. Es handelt sich um eine historische Pumpe, die zu ihrer Zeit einen Meilenstein der Technikgeschichte darstellte - einen "Hydraulischen Widder". Aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts datiert die Weiterentwicklung einer handgesteuerten Pumpe. Sie geht auf den Franzosen Joseph Michel Montgolfier zurück, der 13 Jahre zuvor gemeinsam mit seinem Bruder als Erfinder des Heißluftballons Berühmtheit erlangte.

Beim Widder, hierzulande auch "Klopfmännchen" oder "Klopphannes" genannt, wird aus einem Vorratsbehälter einfließendes Wasser durch das Zusammenwirken zweier automatisch schließender und öffnender Ventile in einen sogenannten "Windkessel" gedrückt. Der so aufgebaute Druck sorgt dafür, daß ein kleiner Teil des durchfließenden Wassers über eine Steigleitung in die Höhe gepumpt wird - bei manchen Modellen bis zu 300 Meter hoch.

Der in Much installierte Stoßheber hat eine geringere Leistung, er stammt aus dem Jahre 1930. Obwohl die Geräte gerade im ländlichen Bereich früher weit verbreitet waren, um Ortschaften mit Wasser zu versorgen, sind sie sehr selten geworden. Toni Fronczak und Karl-Heinz Warzok, die das Projekt für 'MuchMarketing' in die Tat umgesetzt haben, mußten die Pumpe einem Sammler im Bayerischen Rosenheim "abschwatzen". Das konkrete Gerät war früher am Chiemsee im Einsatz.

Dieser Brunnen wird vom dem bergauf geförderten Bachwasser gespeist

Der neue Standort an der Alten Schule bei Niederbonrath kommt nicht von ungefähr. Am nahegelegenen 'Haubach' befand sich von den 30er- bis in die 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine entsprechende Pumpe, die Wasser ins höhergelegene Oberbonrath förderte. Die "neue" wurde am 'Kullemichsiefen' unmittelbar an dem Café an der Kreisstraße 35 installiert, da hier ohnehin Publikumsverkehr herrscht. Außerdem kann ein Besuch so gut in Wanderungen einbezogen werden. Das Wasser (kein Trinkwasser !) wird aus dem Bachlauf nur wenige Meter aufwärts zu einem neuerrichteten Brunnen gepumpt, der auch nach altem Vorbild gebaut wurde.

Den genauen Standort des Widders braucht man nicht zu beschreiben, er macht durch sein unaufhörliches, regelmäßiges Klacken selbst auf sich aufmerksam. Fünfzig Mal pro Minute wiederholt sich der Fördervorgang, der bis zu 12 Kubikmeter Wasser pro Tag ausmachen kann. Die Leistung der Pumpe wurde aufgrund der geringen Förderhöhe aber gedrosselt. Für die Einweihung hatte 'MuchMarketing' eine Klasse der Grundschule Marienfeld eingeladen, denen die Wirkweise praktisch erläutert wurde. Aber auch ohne persönliche Erklärung wird man nicht allein gelassen - eine Schautafel erklärt das Wirkungsprinzip der Anlage. (cs)
 

Schnittdarstellung von der Schautafel in Much-Niederbonrath : (1) Treibleitung - (2) Stoßventil - (3) Rückschlagventil - (4) Windkessel - (5) Steigleitung

 

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20. Juli 2010


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