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Gemeinde und Polizei sagen dem 'Komasaufen' den Kampf an

Portrait des Polizisten in Uniform
Otto Rompkowski, Bezirksbeamter der Polizei in Much

Für eine Überraschung sorgte Bürgermeister Alfred Haas im Rahmen des Frühjahrsempfangs der Gemeinde, der am Montagabend im Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterLindner Sport & Aktiv Hotel in Bövingen stattfand. Nach einem Überblick über die aktuelle Lage und mittelfristige Planungen der Gemeindeverwaltung gab es ein ungewöhnliches Hauptthema für einen solchen Abend :  das sogenannte "Komasaufen" oder "Kampftrinken". Dieses stelle ein immer größeres Problem dar und die Konsumenten würden immer jünger, so der Bürgermeister. Otto Rompkowski, Bezirksbeamter der Polizei, vertiefte die Thematik und stellte zahlreiche Kritikpunkte sowie Maßnahmen zur Abhilfe vor.

Besonders problematisch sei die Altersgruppe der 12- bis 20-jährigen. Mit steigender Tendenz würde jede größere Veranstaltung genutzt, um sich gezielt zu betrinken. Dies beginne bereits beim sogenannten "Vorglühen" auf dem Weg zum Veranstaltungsort. Zudem würde der öffentliche Raum immer häufiger zur "Partyzone", indem ein Kasten Bier oder Hochprozentiges an Parkbänken oder Bushaltestellen konsumiert wird. Bundesweit hat der Alkoholkonsum von 12- bis 17-jährigen allein zwischen 2005 und 2007 um 50 Prozent zugenommen, die Zahl der Alkoholvergiftungen hat sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt.

Ziel einer gemeinsamen Aktion der Gemeindeverwaltung und der Polizei sei es, eine Einstellungsänderung bei den Jugendlichen herbeizuführen. Hierfür werde aber auch die Mitarbeit der Schulen, der Vereine und der Eltern benötigt. Hier wird an die Erwachsenen appelliert, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden und verantwortungsbewußt mit Genußmitteln umzugehen.

Ein überdimensionaler Bierkranz mit sechs gefüllten Kölschgläsern auf dem Drehteller im Mucher Kreisverkehr
Ein böser Ausrutscher : man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kirmes in der Werbung allein auf einen Bierkranz reduziert wird wie hier 2006

Insbesondere die Vereine wurden in die Verantwortung, aber auch in die Kritik einbezogen : "Kein Brauchtum kann es wert sein, daß wir Jugendliche zum Alkoholkonsum animieren, um unser Vereinsleben zu finanzieren", so eine deutliche Mahnung, daß der Alkohol-Ausschank das Problem verstärkt. Auch der verbreitete Umtrunk nach Sportveranstaltungen wie Fußballspielen wurde kritisch hinterfragt. Als praktische Beispiele für das "Komasaufen" in Much wurden die Kirmes, Discos und der Karneval, aber auch das Heufresser-Fest und die Schulentlassungs-Feiern genannt.

Als besonders drastisches Beispiel für die direkten Folgen übermäßigen Alkoholkonsums wurde der Straßenverkehr herangezogen. Während das Thema in Deutschland oft bieder vermittelt wird, zeigten Schockvideos aus den Alpenländern und Großbritannien die Folgen überdeutlich - auch für unbeteiligte Opfer von Alkohol am Steuer. Man muß jedoch nicht in die Ferne blicken :  Erst im Februar wurde eine Autofahrerin und der Beifahrer eines alkoholisierten Autofahrers bei einem Frontalzusammenstoß in Much schwerverletzt (Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterwir berichteten).

Die rotfarbige Karte mit Einstellmöglichkeit erinnert an eine Parkscheibe
Die "Alterskontrollscheibe" hilft, das Geburtsdatum beim Verkauf von Genußmitteln zu kontrollieren

Ein weiteres Problem stellt der Alkoholverkauf dar :  Oftmals werden Alkoholika an Minderjährige verkauft, weil nicht oder nicht ausreichend kontrolliert wird. Um das Personal an den Kassen zu entlasten, sollen bald sogenannte "Alterskontrollscheiben" an die Gewerbetreibenden verteilt werden. Sie wurden von Jörg Seeger vom 'Kommissariat Vorbeugung und Opferschutz' der Kripo vorgestellt :  Stellt man einmal täglich das aktuelle Datum ein, zeigen verschiedene Felder an, ab welchem Geburtsdatum Alkoholika wie Bier, Mixgetränke oder Hochprozentiges, aber auch Tabakwaren abgegeben werden dürfen. Hierdurch entfällt das notwenige Umrechnen bei der Prüfung von Ausweispapieren, was die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle beschleunigt. Denn gerade der Zeitdruck an den Kassen führe oftmals zu mangelnder Überprüfung. Auch elektronische Hilfen an Scannerkassen können dem Personal Hilfestellungen geben.

Ziel der gesamten Aktion sei nicht, ein Alkoholverbot zu erwirken, sondern einen maßvollen Umgang mit den Getränken zu erreichen. Hierzu sei ein Umdenken aller Beteiligten notwendig. Zur Eindämmung des zunehmenden Alkoholkonsums bei Jugendlichen wurde ein Arbeitskreis gegründet, Ordnungsamt und Polizei wollen gemeinsame Kontrollen durchführen, Flyer sollen Eltern und Jugendliche sensibilisieren, darüber hinaus in den Schulen Aktionstage angeboten werden. Alternative Veranstaltungen wie Sportturniere bis in die Nacht hinein sollen zeigen, daß man auch ohne Alkohol Spaß haben kann. (cs)

Blick in das Auditorium im Tagungssaal des 'Lindner'-Hotels
Zuhörer des Frühjahrsempfangs der Gemeinde

24. März 2009


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