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Wegekreuze an der B 56 für Denkmalpreis vorgeschlagen

Das von Anna Kath. Krimmel im Jahre 1889 zwischen Niederwahn und Niederhof errichtete Kreuz
Das sogenannte "Krimmelkreuz" von 1890 steht am Ortsausgang von Niederwahn

Mehr als ein Jahr beschäftigten sich Mitglieder des Verkehrsvereins Much mit der Restaurierung von vier aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden Wegekreuzen. Die zwischen 1881 und 1890 errichteten Denkmäler am Rande der Bundestraße 56 zwischen Much und Wellerscheid waren teilweise in sehr schlechtem Zustand. Zwei von ihnen waren vom Verfall bedroht und teils von Buschwerk und Bäumen eingenommen.

In Abstimmung mit dem 'Landesbetrieb Straßen NRW' wurden für diese beiden Objekte, die abseits der Straße aufgefunden wurden, neue Standplätze in Nähe der Bundesstraße bestimmt. Dafür wurden die Wegekreuze mit schwerem Gerät von der südöstlichen Straßenseite auf die nordwestliche versetzt. Auf dieser Straßenseite, auf der auch die anderen beiden Kreuze ihren Platz hatten, sorgt der parallel zur Straße verlaufende Radweg für einen größeren Abstand zur Fahrbahn, ohne daß die Sicht darauf eingeschränkt wird.

Das von einem Eisengitter umzäunte Steinkreuz steht vor einem sanft ansteigenden Wiesenhang
Das erneuerte gußeiserne Gitter

In Eigenleistung wurden Fundamente gegossen und die Steinmonumente fachgerecht verankert. Rund um die neuen wie die beibehaltenen Standorte wurden Pflasterflächen angelegt, in einem Fall eine nur teilweise erhaltene Zaunanlage aus Eisenguß wiederhergestellt. Bei einem Spezialisten aus Bruchhausen wurde die Steinrestaurierung der vier Objekte in Auftrag gegeben. Hierbei wurde die ursprüngliche Farbgebung der Kreuze wiederentdeckt.

Die Gesamtkosten des Projektes beziffert der Verkehrsverein auf rund 11.500 Euro, die nur teils durch Spenden gedeckt werden konnten. Hierbei sind unzählige Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern, freiwilligen Helfern und Firmen, die mit Mann, Material und Gerät aushalfen.

Es gibt durchaus noch viele vergleichbare Aufgaben in Much. Eine Erhebung des Verkehrsvereins, die Heinz Warzok in akribischer Kleinarbeit durchgeführt hat, hat ergeben, daß es im Gemeindegebiet 221 Wegekreuze und ähnliche historische Objekte gibt. Darunter sind 118 Steinkreuze, 61 Holzkreuze, 4 Eisenkreuze, 8 Kapellen, 18 Heiligenhäuschen und 12 Gedenktafeln.

Kurz vor dem Abschluß der Arbeiten an den vier Kreuzen an Rand der B 56 hat sich der Verkehrsverein beim 'Landschaftsverband Rheinland' um den mit 5.000 Euro dotierten 'Rheinischen Denkmalpreis 2008' beworben. Die seit 1996 jährlich vergebene Auszeichnung würdigt bürgerschaftliches Engagement bei der Instandsetzung von gefährdeten Kulturdenkmälern von der Grünanlage bis zu großen Gebäuden. Zu den bisher gewürdigten Objekten gehören ein Jugendstilbad, eine Parkanlage, ein Kino und eine Fachwerkwindmühle.

In diesem Jahr wetteifern insgesamt 32 Projekte aus dem gesamten Rheinland um die überregionale Anerkennung, allein vier davon aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Neben den Mucher Wegekreuzen sind dies ein restauriertes Fachwerkhaus mit Scheune in Eitorf, der Bahnhof von Witterschlick in der Gemeinde Alfter und ein altes Schulgebäude in Bornheim-Hersel. Vielleicht setzt die Jury aus Fachwissenschaftlern und Denkmalpflege-Experten in diesem Jahr einmal ein Zeichen durch die Prämierung eines weniger komplexen Objektes, was zu vermehrten "Nachahmungstaten" animieren könnte.

Unabhängig davon, wer den ausgelobten Preis erhält, gewonnen haben alle Kommunen und ihre Bürger, deren von der Zerstörung bedrohtes Kulturgut für weitere Jahrzehnte konserviert wurde. (cs)

Von einem Eisengitter umgeben ist das "Gräfkreuz" bei Oberwahn (1881)
Das "Steimelkreuz" von 1887 am Abzweig nach Niederhof

24. Juli 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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