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Gemeindeverwaltung will das Straßennetz reduzieren

Eine einspurige Asphaltstraße führt einen Hügel hinab und den nächsten hinauf, seitlich des Weges Wiesen und Wälder
Insbesondere geringer frequentierte Nebenstrecken stehen auf der Streichliste, im Bild die Gemeindestraße zwischen Oberdorf und Heinenbusch

"Wieviele Straßen braucht Much ?" Und welche ? - mit diesen provokanten Fragen macht die Gemeindeverwaltung auf ein finanzielles Problem aufmerksam. Und dieses liegt im Unterhalt der Gemeindestraßen begründet :  Mit einem Straßennetz von 183 Kilometer Länge (Kreis-, Land- und Bundesstraßen nicht mitgerechnet) besitzt Much fast doppelt so viele Streckenverbindungen wie Kommunen mit vergleichbarer Bevölkerungszahl im Bundesdurchschnitt (94 km). Doch andere Kommunen investieren fast genausoviel Geld in ihr viel kürzeres Straßennetz (im Durchschnitt 276.000 Euro jährlich) wie Much in sein ungleich längeres (306.000 Euro).

In Zeiten knapper Haushaltsmittel reichen die Haushaltsmittel kaum für die dringlichsten Instandhaltungs-Maßnahmen der Vielzahl von Straßen, resümiert die Verwaltung : "Much 'spart' an seinen Straßen", nur 1,67 Euro stehen pro Streckenmeter zur Verfügung, im Bundesdurchschnitt 2,94 Euro.

Talwärts führt eine schmale Asphaltstraße zwischen Wiesen und Feldern hindurch, im Hintergrund bewaldete Hügel bis zum Horizont
Die längste zur Diskussion gestellte Strecke ist die Querverbindung von der Berghausener Straße an Wersch, Berzbach und Marienfeld vorbei nach Niederdreisbach

Die Lösung wird in einer Reduzierung des Wegenetzes gesehen. 35 Kilometer öffentliche Straßen, so die Überlegung, sollten entwidmet werden, das heißt für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden. Doch an der Frage, welche Verbindungen zukünftig entfallen sollen, will die Verwaltung die Bürger selbst beteiligen. Aus diesem Grund wurde im September im Rahmen des 'Bürgerhaushalts' zu einer ersten Diskussion über das Thema eingeladen.

Um entbehrliche Strecken zu ermitteln, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden. Beigeordneter Norbert Büscher faßte es bei der Zusammenkunft in drei Punkten zusammen : "Es müssen geeignete Alternativ-Strecken zur Verfügung stehen, es muß sich wirtschaftlich rechnen und es muß ökologisch sinnvoll sein." Letzteres bedeutet, daß die durch die Streichung von Straßen notwendigen Umwege für den Einzelnen zumutbar sein müssen. Die gesparten Unterhaltungskosten der Fahrbahn mit weit erhöhtem Kraftstoffverbrauch zu kompensieren, wäre wenig sinnvoll. Doch an vielen Stellen verliefen sogar mehrere Verbindungen zwischen einzelnen Ortsteilen.

Die Entwidmung von Straßen bedeutet nicht deren teurer Rückbau, wie ein besorgter Bürger befürchtete. Die nicht mehr für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Strecken werden weiterhin als Wirtschaftswege für die Land- und Forstwirtschaft benötigt. Abbruch, Abtransport und eine Deponierung der Fahrbahnen stehen nicht zur Debatte. Doch der Unterhalt von Wirtschaftwegen ist weitaus günstiger als bei Straßen, die in verkehrssicherem Zustand gehalten werden müssen. "Wirtschaftswege dürfen nicht total verkommen", so Büscher, aber hier reiche es, bei Bedarf Schlaglöcher aufzufüllen. Die Instandhaltungskosten der derzeit 380 Kilometer Wirtschaftswege (davon 127 Kilometer asphaltiert) wurde bereits von vormals mehr als 50.000 DM auf 10.000 Euro im Jahr heruntergefahren.

Eine schmale Asphaltstraße verläuft in gerader Linie zwischen Wiesen zur Linken und kleinen Alleebäumen auf der rechten Seite
Noch führt der kürzeste Weg von Gerlinghausen nach Much quer durch die Wiesen, doch die Kreisstraße 46 verläuft in die gleiche Richtung

Mit dem bei einer Reduzierung des Straßennetztes eingesparten Geld könnten die verbleibenden Strecken besser in Schuß gehalten werden. Bürgermeister Alfred Haas befand : "Wir müssen unsere Straßen letztendlich in gutem Zustand belassen." Sonst werde es auf Dauer noch teurer. Denkbar ist auch, daß der durch die Einsparungen gewonnene finanzielle Freiraum in moderne Maschinen investiert werde, die die Unterhaltungsarbeit der Straßen effektiver machen.

Die Gemeindeverwaltung will keine verbindliche Auswahl der zur Entwidmung in Frage kommenden Straßenverbindungen machen, sie hat jedoch eine Vorauswahl zur Anregung der Diskussion vorgenommen. Alternativvorschläge, so wird aber klar betont, sind willkommen. (cs)
 

Die Notwendigkeit folgender Gemeindestraßen und Nebenstrecken stellt die Gemeindeverwaltung in Frage und zur Diskussion (Auflistung im Uhrzeigersinn um Much, beginnend im Westen, mit Längenangaben) :

  1. Direktverbindung zwischen Schwellenbach und Rieserhof, 1,0 km
  2. Nebenstrecke von Neverdorf zur Kreuzung L 360 / K 46, 0,4 km
  3. Nebenstrecke Eckhausen - Oberheiden (Waldstrecke östlich der L 360), 0,8 km
  4. Nebenstrecke Eckhausen - Gerlinghausen (Waldstrecke südlich der K 46), 1,2 km
  5. Direktverbindung von Gerlinghausen zur K 46 nördlich Much (Einmündung nahe Abzweig nach Tillinghausen), 1,65 km
  6. Querverbindung von Gibbinghausen zur obengenannten Strecke, 0,3 km
  7. Direktverbindung zwischen Heckhaus und Obermiebach, 1,75 km
  8. Abzweig von Direktverbindung Oberdorf - Niedermiebach zum Süden Niedermiebachs, 0,7 km
  9. Direktverbindung zwischen Oberdorf und Heinenbusch, 1,0 km
  10. Direktverbindung zwischen Heinenbusch und Oberwahn (südlicher Weg), 0,8 km
  11. Verbindung von Niedermiebach nach Oberbusch (östlich der B 56), 0,5 km
  12. Nebenstrecke von der K 35 bei Oberbusch nach Hündekausen, 0,5 km
  13. Verbindung Hündekausen - Niederbech (entlang der Gemeindegrenze), circa 1 km
  14. Direktverbindung Oberbonrath - Niederbonrath, 0,5 km
  15. Nebenstrecke von Oberbonrath in Richtung Berghausen (bis Hochbehälter), circa 1,5 km
  16. Nebenstrecke von Niederbonrath in Richtung Berghausen (bis ungefähr Hochbehälter), 0,55 km
  17. Teilstrecke im Wald westlich Herfterath (Ophausen - Herfterath), 1,95 km
  18. Verbindung von der K 35 zum Aussiedlerhof Herkenrath, 0,25 km
  19. Verbindung von Ophausen zur Straße Niederdreisbach - Strießhardt, 0,55 km
  20. Teilstück von Ophausen zur Straße Müllerhof - Strießhardt, 0,2 km
  21. Direktverbindung Strießhardt - Alefeld, 1,3 km
  22. Direktverbindung Berghausen - Niederdreisbach, 2,55 km
  23. Verbindung von Bruchhausen nach Marienfeld (Bröler Weg), 1,25 km
  24. Verbindung von Bröl zur Strecke Bruchhausen - Marienfeld, 0,2 km
  25. Direktverbindung Weeg - Wersch (westlich der L 312), 1,2 km
  26. Verbindung Walterscheid - Weeg, 0,8 km
  27. Direktverbindung von Erlen nach Werschberg (östlich der L 312), 0,75 km
  28. Direktverbindung Birrenbachshöhe - Bech, 0,9 km
  29. Querverbindung von Löbach zur Straße Birrenbachshöhe - Tüschenbonnen, 1,05 km
  30. südliche Verbindung von der L 224 nach Derscheid, 0,40 km
  31. Verbindung von der L 352 nach Oberhausen, 0,5 km
  32. Direktverbindung Wiese - Bennrath, 0,35 km
  33. Direktverbindung Kreuzkapelle - Senschenhöhe, 0,65 km
  34. Direktverbindung Sommerhausen - Herchenrath, 1,1 km
  35. Direktverbindung von der L 318 (Funkmast) nach Markelsbach, 1,65 km
  36. Direktverbindung Hetzenholz - Scheidhof, 1,35 km
Kartographische Darstellung des Gemeindegebietes mit Markierung der betroffenen Streckenabschnitte
Im lilafarbenen Straßennetz wurden die zur Umwidmung vorgeschlagenen Streckenabschnitte schwarz markiert  (Zeichnung : Gemeindeverwaltung)

03. Oktober 2007


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