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Pilgerreise nach Werl mit langer Tradition

Angeführt von Meßdienern mit Standarten und Geistlichen schreitet die circa 90-köpfige Pilgergruppe über eine von Bäumen gesäumte Straße
Ankunft der Pilgergruppe an der Berghausener Straße in Much

Traditionsbewusstsein ist eine der Stärken der Mucher Bürger. Dies zeigt sich auch im Fall der Wallfahrt nach Werl. Am 11. Juli nahmen 400 bis 500 Mucher sowie der Leiter des Klosters in Werl und drei Geistliche aus Drolshagen die 90 Pilger am unteren Mucher Ortseingang feierlich in Empfang. Sie kamen zurück von ihrer sechstätigen Pilgerreise aus dem 130 Kilometer entfernten Werl und hatten ein beeindruckendes Pensum hinter sich :  Seit dem 5. Juli waren sie bis auf eine Ausnahme am Sonntag jeden Morgen um 3 Uhr aufgestanden, um nach der Pilgermesse um 4 Uhr zu ihrer 40 oder 45 Kilometer langen Tageswanderung aufzubrechen. Dabei sangen und beteten sie jeweils acht, am letzten Tag sogar neun Rosenkränze.

Auf der Mittelinsel der Kreisverkehrsplatzes wurden auf einem Drehteller großformatige Fotos der Madonna aus Werl plaziert

Ihren Ursprung hat die nur durch die Kriegszeiten unterbrochene jährlich veranstaltete Pilgerreise im Jahr 1774. Eine verheerende Viehseuche machte seinerzeit den Landwirten zu schaffen. Das Salz der Werler Salinen sollte der Bekämpfung der Krankheit dienen, wie die Betroffenen hörten. Und so machten sie sich auf den Weg nach Werl.

Vor dem dortigen Marienbild versprachen die ersten Pilger, dass, sollten sie die Seuche mit dem Salz in den Griff bekommen, sie fortan jährlich zu Fuß nach Werl gehen wollten. Erneuert wurde dieses Gelübde noch einmal im zweiten Weltkrieg. Pastor Schaaf versprach, dass, wenn Much von Bomben verschont bliebe, noch dreimal eine Pilgerreise unternommen werden sollte. "Und diese dreimal halten bis heute noch an", erzählt Albert Zinzius, der ehemalige Leiter der Werl-Wallfahrt schmunzelnd.

37 Jahre lang organisierte Zinzius als Brudermeister die Wallfahrt zum Patronatsfest Maria-Heimsuchung in Werl. Inzwischen wurde er von Stefan Höller in diesem Amt abgelöst. Träger der Pilgerreise ist indes die katholische Kirchengemeinde Sankt Martinus. Der Termin für die Wallfahrt ist immer der gleiche, denn er richtet sich nach dem dortigen Patronatsfest am ersten Juli-Wochenende. Das Fest beginnt mit einer Eröffnungsandacht am Samstag Abend um 18 Uhr. Sollten die Pilger zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Werl eingetroffen sein, wird auf deren Ankunft gewartet. Danach gibt es traditionell ein Platzkonzert und eine Lichterprozession durch die Stadt.

Am nächsten Morgen heißt es wieder früh aufstehen zur Pilgermesse um 6 Uhr, bevor es um 7 Uhr wieder eine Prozession gibt. Nach dem Pontifikalamt um 10 Uhr ziehen die Pilger um 11 in die Basilika ein. Die Abschlussandacht um 13 Uhr und das Blaskonzert um 14 Uhr bilden das Ende des Festes, denn am Montag Morgen geht es um 3 Uhr wieder los. Auf dem Hin- und Rückweg übernachten die Pilger jeweils einmal in Drolshagen bei Olpe und einmal in Hagen bei Sundern in Privatquatieren. Dort gibt es auch Frühstück und Abendessen. Die Mittagsrast wird immer in denselben Gasthöfen gemacht.

Rund zwanzig Musiker mit Blechblasinstrumenten schreiten durch den Kreisverkehr
Das Bläsercorps Much begleitete die Pilger innerorts bis zur Kirche

"Schon jetzt gibt es wieder Anmeldungen für das nächste Jahr", erzählt Zinzius. In diesem Jahr hatten sich 167 Pilger angemeldet und waren am Abend zur Vorbereitungsmesse erschienen. Letztlich gingen aber dann doch nur 151 im Alter von 15 bis 73 Jahren mit. Dabei ist es nicht unbedingt Pflicht, den Weg auch zurück zu gehen. Wer beispielsweise nicht soviel Urlaub nehmen möchte, pilgert nur nach Werl und fährt dann zurück. Das erklärt auch, warum es nur 90 Pilger waren, die in Much wieder in Empfang genommen wurden. Begleitet wurden die Pilger von insgesamt fünf Fahrzeugen (davon drei von den Johannitern), die von Mucher Firmen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Damit wird sowohl das Gepäck transportiert, als auch ein Wagen für die Fußpflege eingesetzt.

Immer mit dabei sind natürlich der Mucher Pastor Max Offermann, Christoph Bersch, ein Pastor aus Wuppertal, und Kaplan Ralf Roeb, die beide ihre Ausbildung in Much gemacht haben und seither mitgehen. Besonders freuten sich die Pilger in diesem Jahr nicht nur über den familiären Empfang bei ihrer Rückkehr in Much, sondern auch über das Madonnenbild, das das 'Kreiselteam' am Abend zuvor auf dem Kreisel platziert hatte. "Viele konnten nicht mehr beten, da sie so gerührt waren", erzählt Albert Zinzius. (is)

Die Pilger umrunden den Kreisverkehrsplatz mit dem Bild der Madonna aus Werl auf der Mittelinsel

17. Juli 2007


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