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Junge Turmfalken verließen ihren Nistplatz im Kirchturm

Blick auf den eingerüsteten Kirchturm mit einer Markierung der Niststelle
Hinter dem Baugerüst auf der Ostseite des Turms wuchsen die Jungtiere heran

Unbemerkt von den Fußgängern, die tief unter ihnen den Kirchplatz passierten, wuchsen in den letzten Wochen drei Turmfalken in luftiger Höhe über den Dächer von Much auf. In einem Fenster der Glockenetage der Pfarrkirche Sankt Martinus hatte man ihnen einen Nistkasten eingerichtet.

Trotz der zeitgleichen Fassaden- und Dacharbeiten am Turm, die mit Rücksicht auf die Tiere teils ruhten, wurden die jungen Falken von ihren Eltern kräftig gefüttert. In dieser Woche starteten sie zu den ersten Flügen in die nähere Umgebung.

Das aus vier Eiern bestehende Gelege
Blick durch ein Loch im Nistkasten auf die Küken
Die Küken nach einigen Tagen
Drei Falken im Alter von rund einer Woche
Zwei der Falken im Gefiederwechsel
Zwei Falken im Nistkasten nach circa zwei Wochen
Zwei Falken im Alter von rund drei Wochen
Zwei der nach vier Wochen ausgewachsenen Falken
Zwei Falken ruhen auf dem Baugerüst

Mehrere Jahre lang hatten Tauben in den Fensternischen des Turms gebrütet. Im vergangenen Jahr hatte, wie schon früher, ein Turmfalkenpaar den Nistplatz auf der Südseite der Glockenetage für sich beansprucht. Als problematisch erwies sich jedoch, daß die Absonderungen der Tiere genau vor den Eingang des Seitenschiffs fielen. Falkner Dieter Miebach und Kirchenvorstand Josef Schlimbach richteten daher dieses Jahr einen neuen Nistkasten auf der Ostseite über dem Kirchenschiff ein. Die Vögel taten ihnen und den Kirchenbesuchern den Gefallen tatsächlich "umzuziehen".

Eine weitere Schwierigkeit stellten die Bauarbeiten dar, denen der Turm derzeit unterzogen wird. Außer der möglichen Störung durch die Arbeiten selbst war auch das Baugerüst für die Vögel ein Hindernis. Mit Rücksicht auf die Falken ging man mit besonderer Vorsicht vor, bestimmte Arbeiten wurden aufgeschoben. Zudem ließ man die Sicherheitsnetze des Gerüstes auf der Ostseite weg, um den Eltern einen freien Anflug zu gestatten.

Vier Eier hatte das Falkenweibchen Anfang Juni in den Nistkasten gelegt. Nach rund vier Wochen schlüpften die Vogelbabies. Eines der Jungtiere erkrankte jedoch und kam nicht durch. Die anderen aber wurden trotz der Bauarbeiten kräftig gefüttert und wuchsen prächtig heran. Eine Zufütterung war nicht nötig, berichtet Falkner Dieter Miebach, der den Nachwuchs regelmäßig kontrollierte. So wurden die Jungtiere bereits nach gut vier Wochen flügge.

Eines der Vogelbabys sorgte diese Woche noch für Aufregung. Das kleinste der Tiere war nicht kräftig genug und landete nach einem der ersten Flüge auf dem Kirchplatz. Es wurde von einem hinzugerufenen Tierarzt in die Greifvogel-Auffangstation nach Bennrath gebracht. Dieter Miebach brachte es zurück auf den Turm und fütterte schließlich noch zu.

Mittlerweile ziehen alle drei ihre Kreise um den Turm und in der Umgebung. Manchmal sieht man sie noch auf dem Baugerüst rasten, bevor sich die Jungtiere im Winter eigene Reviere suchen.

Die nebenstehenden Fotos sind den Bauarbeiten und ihrem Baugerüst zu verdanken. Im Normalfall wäre es nicht möglich gewesen, die Tiere von der Außenseite des Turms her abzulichten und ihre Entwicklung so gut zu dokumentieren.

Der Turmfalke gehört zu den gefährdeten Arten, steht aber nicht auf der roten Liste der im Bestand bedrohten Tiere. In Deutschland wird die Population auf 35.000 Paare, davon 5.000 bis 9.000 in Nordrhein-Westfalen, geschätzt. Ausgewachsen sind die Vögel circa 35 cm groß, ihre Spannweite mißt 65 bis 80 cm. Außer in Gebäudenischen von Kirchtürmen und Hochhäusern nistet der Turmfalke in Felsspalten und -höhlen sowie verlassenen Krähennestern. (cs)

Vom Baugerüst aus wird der Nistplatz beobachtet
Falkner Dieter Miebach begutachtet eins der Jungtiere auf dem Fenstersims
Ein Jungfalke in einer Transportbox
Der kleinste der Vögel bei seinem "Besuch" in der Greifvogel-Auffangstation
Drei junge Falken auf dem Sims des Kirchturmfensters
Die Turmfalken im Alter von gut zwei Wochen
Zwei Falken mit voll ausgebildetem Gefieder auf dem Dach des Nistkastens
Nach vier Wochen sind die Falken ausgewachsen und komplett gefiedert

10. August 2006,
erweitert am
12. August 2006

Fotos :
Dieter Miebach und Firma Ernst Willms Bedachungen


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