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DSL aus der Luft statt über's Kabel

Man stelle sich vor, man kommt aus dem Urlaub und möchte seine E-Mails abfragen und es tut sich nichts. Was für einen Privathaushalt vielleicht nur ärgerlich ist, ist für einen Selbständigen eine kleine Katastrophe. Insbesondere Unternehmer und Freiberufler sind heutzutage auf einen funktionierenden Internet-Anschluss angewiesen. Das erste, was man in so einer Situation tut, ist natürlich sich an sein Telekommunikations-Unternehmen zu wenden. Dieses Unterfangen kann aber unter Umständen zu einer "unendlichen Geschichte" werden. Man wird von einem Sachbearbeiter zum nächsten verbunden, ruft erneut an, muss seine Geschichte wieder und wieder erzählen, wird verbunden oder zurückgerufen und kommt keinen Schritt weiter. So geschehen in diesem Sommer in Niedermiebach.

Was war passiert ?  Schon seit Jahren mit einem DSL-Anschluss Kunde bei der Telekom, gab es im Haushalt der freiberuflichen Übersetzerin Birgit D. immer wieder Schwierigkeiten mit dem Internet - bis schließlich gar nichts mehr ging. In der unmittelbaren Nachbarschaft aber funktionierte die schnelle Datenautobahn.

Die ungezählten Anrufe bei der Telekom gipfelten in der Aussage eines Sachbearbeiters: "Dann müssen Sie eben nach Much ziehen. Dort haben Sie solche Probleme nicht. In Niedermiebach sind Sie einfach zu weit vom Hauptverteilerkasten entfernt." Da die Freiberuflerin für den DSL-Anschluss ja schließlich auch - nicht gerade geringe - Gebühren bezahlt, war dies ein Vertragsbruch seitens der Telekom und das Unternehmen drohte nun seinerseits mit der Kündigung. Von dieser Situation ist nicht nur der kleine Ort am östlichen Rand des Mucher Gemeindegebietes betroffen.

Ansicht des Lohmarer Fernmeldeturms
Der Fernmeldeturm in Lohmar-Birk

Andere Kunden in Randgebieten von Much erhalten einen DSL-Anschluss gar nicht erst - kaum zu glauben, in der heutigen Zeit. Eine ähnliche Situation gab es auf Lohmarer Stadtgebiet. Orte wie Wahlscheid, Honrath, Breidt, Birk und selbst das Gewerbegebiet Burg Sülz waren DSL-freie Zone. Das brachte einen Wahlscheider Unternehmer im vergangenen Jahr dazu, die Eigeninitiative zu ergreifen. Der Computerfachmann Klaus Schönenberg kam auf die Idee, die Breitbandversorgung mit DSL per Funk anzubieten. Der Unternehmer fand einen Netzbetreiber, der auf dem weithin sichtbaren Birker Fernmeldeturm Richtfunkantennen zur DSL-Breitbandversorgung aufstellte.

Jeder Ort, von dem aus der Turm zu sehen ist, kann nun auf direktem Weg "angeschlossen" werden. Bei den anderen, die hinter einem Hügel liegen, muss die Funkstrecke über einen Umlenkpunkt umgeleitet werden. Nachdem dieses Unterfangen in Lohmar erfolgreich verlief, könnte es - sofern es genug Anmeldungen gibt - auch in Much funktionieren.

Blick auf den Turm der Kirche in Wiehl-Drabenderhöhe
Evangelische Kirche in Drabenderhöhe

TSI (Turbo Speed Internet) heißt die Alternative zur herkömmlichen, erdgebundenen Breitband-Versorgung (DSL), mit der mittlerweile nahezu der gesamte Rhein-Sieg-Kreis und darüber hinaus abgedeckt werden kann. Vom Birker Fernmeldeturm ausgehend können alle Orte im Umkreis von bis zu 30 Kilometer versorgt werden. In den kommenden Wochen ist der Ausbau für Wiehl-Drabenderhöhe und einige Ortsteile von Much geplant - die dortige Kirchturmspitze hat beispielsweise Sichtkontakt zum Birker Turm.

Für die Umlenkpunkte (Relais) werden aber noch Antennenpaten gesucht, also Hauseigentümer, auf deren Dächern eine Antenne für die örtliche Versorgung aufgebaut werden kann. Das Dach sollte Sichtkontakt zum "Turm" sowie zu möglichst vielen Dächern in der näheren Umgebung haben. Ein Teilnehmer (Kunde) erhält eine kleine, etwa 20 mal 20 Zentimeter große Antenne, die er am Dach (beispielsweise an einer vorhandenen Satelliten-Schüssel) in Richtung des zuständigen Access-Points ausgerichtet anbringt und mit einem Kabel an seinen PC oder sein Hausnetz anschließt.

Über einen solchen Funknetz-Anschluss kann man auch telefonieren. Und das sehr preiswert, denn zum einen entfällt die Grundgebühr für einen anderen Anbieter, zum anderen sind die Gesprächskosten der Internet-Telefonie (VoIP) um bis zu 80 Prozent günstiger als im erdgebundenen Festnetz. Die Telekom übrigens stellte sich schon im vergangenen auf den Standpunkt, dass ihr die 91 Prozent der Haushalte ausreichen, die mit DSL versorgt werden können. Der weitere Ausbau des Netzes lohne sich aus Kostengründen nur bei einer großen Zahl von Anmeldungen.

Die betroffene Freiberuflerin hilft sich übrigens zwischenzeitlich damit, sich Call-by-Call ins Internet einzuwählen. Diese kostenträchtige Variante könnte also nun bald ein Ende haben. Weitere Informationen zur DSL-Versorgung per Funk gibt auf der Homepage de Betreibers unter www.rs-breitband.de. (is)

05. August 2006


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