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Trotz sinkender Schülerzahlen Wunsch nach Gymnasium

Eingangsbereich der Grundschule Klosterstraße
Grundschule Klosterstraße
Frontansicht der Grundschule Schulstraße
Grundschule Schulstraße

Mit der Entwicklung der Schülerzahlen in den nächsten fünf Jahren beschäftigte sich der Schulausschuß der Gemeinde vor wenigen Tagen. Nach einer Untersuchung der Firma 'Komplan' liegt nun der entsprechende Schulentwicklungsplan vor.

Demnach hat die Gemeinde im Grundschulbereich mit einem Rückgang der Schülerzahlen von derzeit 717 auf nur noch 582 im Schuljahr 2010 / 2011 zu rechnen - ein Minus von 19 %. Verglichen mit 2001 / 2002 (754 Grundschüler) beträgt der Rückgang innerhalb von zehn Jahren sogar 23 %. Im kommenden Schuljahr 2006 / 2007 steigt die Zahl durch einen starken Einschul-Jahrgang nochmals leicht an, danach sinken die Zahlen kontinuierlich um jährlich 5 %. Von den derzeit zusammengenommen rechnerisch 7 1/2 Zügen der Grundschulen werden nur knapp 6 Züge verbleiben.

Bereits berücksichtigt in den Zahlen ist ein leichter Zuzug von Bürgern in die Neubaugebiete wie auch die Tendenz, daß Kinder immer früher eingeschult werden. Ansonsten wären der Rückgang der Zahlen noch etwas größer.

Dabei verläuft die Entwicklung für die drei gemeindlichen Grundschulen unterschiedlich. Noch unproblematisch ist die Fortschreibung für die 'Janusz-Korczak-Grundschule' in Marienfeld. Sie wird bis zum Ende des Untersuchungs-Zeitraums im Jahre 2011 ihre Zweizügigkeit bei verringerten Klassenstärken behalten (Rückgang von 209 auf 181 Schüler = -13 %).

Hierin sah die SPD ihre Ansicht bestätigt, die die Ausweisung neuer Wohngebiete in Marienfeld kritisch betrachtet. Diese waren zuvor auch deshalb als nötig bezeichnet worden, um den Standort von Schule und Kindergarten in Marienfeld zu gewährleisten. Bürgermeister Alfred Haas (CDU) blieb bei seiner früheren Argumentation, da die Schülerzahlen ohne Zuzüge langfristig den Bestand der Einrichtungen gefährden würden.

Bei den beiden Mucher Schulen sind Unterschiede auszumachen. Die Schülerzahlen der Grundschule Klosterstraße werden von 305 auf 273 zurückgehen (-10 %), womit mittelfristig eine knapp dreizügige Fortführung des Schulbetriebs möglich ist, wobei einzelne Jahrgänge auch nur zweizügig ausfallen könnten.

Die Grundschule Schulstraße dagegen muß mit -37 % die größten Rückgänge verkraften (von 203 Schülern 2006 auf 128 im Jahre 2011). Eine zweizügige Fortführung ist damit nicht möglich, so daß Fazit der Planer. Der Schulstandort sei damit noch lange nicht gefährdet, die Schere zwischen Schülerzahl und Lehrerzuweisung ginge jedoch immer weiter auseinander.

Um den Problemen der Entwicklung zu begegnen, schlugen die Experten der Firma 'Komplan' zunächst eine Veränderung der Schulbezirke zwischen den beiden Grundschulen vor. Mittelfristig sei es sinnvoll, die beiden Schulen organisatorisch zusammenzufassen, einen Haupt- und Nebenstandort zu bilden. In der Addition der beiden Schulen sei ein vierzügiges System erreichbar.
 

Frontansicht der Hauptschule
Eingangsbereich der Hauptschule

Ebenfalls untersucht wurde die Entwicklung im Bereich der weiterführenden Schulen. Hier sei untypisch, daß die Realschule einen größeren Schülerrückgang zu verzeichnen hat als die Hauptschule. Dies resultiert jedoch aus der Neueinrichtung einer Realschule in Neunkirchen. So hat die Realschule seit 2001 / 2002 18 % ihrer Schüler/innen verloren (von 674 auf 553), während die Zahl der Haupschüler/innen nur von 395 auf 362 schrumpfte (-8,4 %). Addiert ergibt sich ein Rückgang von 14,4 %, in Zahlen von 1.069 auf 915 Schüler/innen.

Auch für die kommenden Jahre werden die zurückgehenden Zahlen von Abgängern der Grundschulen nicht unbedingt für eine Entspannung der Situation sorgen. Das Schülerpotential für die Sekundarstufe II zusammengenommen wird in den kommenden fünf Jahren mit im Schnitt knapp 180 relativ stabil bleiben, im Jahre 2011 ist ein Knick der Kurve auf nur 155 zu verzeichnen, ein weiterer Rückgang ist nach heutigem Kenntnisstand vorprogrammiert.

Die Realschule entwickelte sich relativ stabil mit rund 36 % Übertrittsquote aus den Grundschulen. Sorgen bereitet wie fast überall derzeit die Hauptschule. Im Schnitt der letzten Jahre wechselten noch 25 % der Viertklässler auf die Hauptschule, in diesem Jahr werden es nur noch 18 % sein, das heißt 32 Schüler/innen.

Die Hauptschule, so die Planer von 'Komplan', werde sich von heute 360 Schülern zu einer Zweizügigkeit hinbewegen, die Realschule werde sich durch rund 20 Einpendler aus anderen Kommunen bei rund 500 Schülern dreizügig stabilisieren. So positiv mochte Hauptschul-Schulleiter Robert Buchholz die Zahlen für seine Schule nicht deuten, da der Rückgang der Übertrittsquote zur Hauptschule selbst die Zweizügigkeit gefährde.

Hier spielt nun ein weiteres Problem hinein, da die Gemeinde als eine von nur zwei Kommunen der Region kein eigenes Gymnasium aufweisen kann. Die meisten Schüler/innen wechseln von der Grundschule nämlich auf eines der Gymnasien außerhalb, im Schnitt der letzten Jahre 39 %, in diesem Jahr voraussichtlich 43,5 %.

So pendeln pro Schuljahr rund 70 der 180 Grundschul-Abgänger auf ein Gymnasium außerhalb der Gemeinde aus. Bei Vorhandensein eines eigenen Gymnasiums könnte man diesen Schülerinnen und Schülern weite Wege ersparen. Möglicherweise werden weitere Eltern durch das Fehlen dieser Schulform vor Ort auch abgehalten, ihre Kinder zum Gymnasium wechseln zu lassen. Die Zahl ließe sich also vielleicht sogar noch erhöhen.

Für eine Genehmigung der Bezirksregierung zur Einrichtung eines Gymnasiums muß jedoch langfristig, genauer über 20 Jahre hinweg, eine Dreizügigkeit nachgewiesen werden, in Zahlen ausgedrückt mindestens 84 Schüler/innen pro Jahrgang. Die Komplan-Experten halten die Gedanken für nachvollziehbar, die Ansiedlung für möglich. Zur Steigerung des derzeitigen Potentials aus der Gemeinde ließe sich die Übertrittsquote möglicherweise auf 42 % erhöhen. Der Bedarf aus Much selbst wird zur Genehmigung auf Dauer jedoch nicht ganz ausreichen.

Einpendler aus Ruppichteroth, das selbst ebenfalls kein Gymnasium besitzt, oder aus Randbereichen anderer Kommunen, die kürzere Wege nach Much als zum eigenen Schulstandort haben, sind gut denkbar, um die notwendige Schwelle zum Nachweis des Bedarfs zu überschreiten.

Ruppichteroth ist ersten Gesprächen zufolge sogar einem Schulverbund Much-Ruppichteroth nicht abgeneigt, jedoch nur im Haupt- und Realschul-Bereich. Die Bezirksregierung stehe der Idee eines Gymnasiums aber nicht negativ gegenüber, berichtete Bürgermeister Alfred Haas.

Die Einrichtung eines Gymnasiums hätte auch weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung der Gemeinde. Das Fehlen dieser Schule hält manche Familie mit Kindern zur Zeit von einer Ansiedlung in Much ab. Der Zuzug von Familien käme jedoch der besseren Auslastung aller Schulen zugute.

Nachteile könnte ein Gymnasium jedoch für die Realschule und insbesondere für die Hauptschule mit sich bringen. Eine noch höhere Übertrittsquote in ein örtliches Gymnasium könnte die Hauptschule in ihrer Existenz gefährden, gab Schulleiter Robert Buchholz zu bedenken, ein Gymnasium in Much sei dennoch grundsätzlich begrüßenswert.

Eingangsbereich der Realschule
Realschule Much

Realschul-Leiter Friedrich Schüller schloß sich dem an. Man stelle sich jeder Konkurrenz, die Einrichtung der Realschule in Neunkirchen-Seelscheid habe man auch bewältigt. Für einen Schulverbund mit Ruppichteroth hat er auch bereits eine Idee. So könne man eine Außenstelle der Realschule in Ruppichteroth ansiedeln, die die 5. und 6. Klasse umfaßt und jüngeren Schülern das Pendeln erspart. Eine Differenzierung in höheren Jahrgangsstufen könne dann in Much erfolgen.

Bei der fast ausnahmslos positiven Bewertung eines Gymnasiums wurde nicht vergessen, daß die insgesamt zurückgehenden Schülerzahlen ein Problem beinhalten. Um die nötige Zahl an Gymnasiasten zu erzielen, müsse die Übertrittsquote in diese Schulform permanent steigen, was nicht realisierbar ist. Die Geburtenanzahl in Much beträgt aber nur 130 Kinder pro Jahr. So wird man dauerhaft auf Einpendler aus anderen Kommunen angewiesen sein.

Bürgermeister Haas führte an, daß Much ohne Gymnasium langfristig weniger attraktiv sein werde. Daher will man keine Zeit verlieren. So beschloß der Ausschuß jeweils einstimmig, Gespräche mit Ruppichteroth fortzuführen und einen Schulverbund Much-Ruppichteroth auszuloten. Dazu werden Arbeitskreise aus den Fraktionen gegründet. Die Idee des Gymnasiums soll weiterverfolgt und die Umsetzungs-Voraussetzungen sollen untersucht werden. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, den Schulentwicklungsplan wie üblich mit den Nachbarkommunen abzustimmen.
 

Eingangsbereich der Grundschule Marienfeld
'Janusz-Korczak-Schule' Marienfeld

Einen klaren Nutzen kann man sogar aus der Tatsache der zurückgehenden Schülerzahlen gewinnen, denn Raumnot wird an keiner der Grund- und weiterführenden Schulen aufkommen. Wo derzeit noch ein Defizit an Räumen besteht (wie bei bestimmten Fachräumen im Schulzentrum), wird sich dies durch den im Lauf der Zeit weiter abnehmenden Bedarf an Klassenräumen mehr als kompensieren.

Nur für die Grundschule in Marienfeld bescheinigten die Planer einen Fehlbedarf, wenn dort - wie angedacht - eine Offene Ganztagsschule (OGTS) eingerichtet werden soll. Hier fehle ein Raum, da die OGTS-Schüler nicht gemeinsam mit denen des bestehenden Angebotes "Schule von 8 bis 1" betreut werden könnten. Sofortigen Widerspruch gab es von den Schulleiterinnen der Grundschulen, da an den beiden Schulen in Much genau so verfahren werde.

So entschied der Ausschuß einstimmig, eine Bedarfs-Feststellung für einen Offenen Ganztagsbetrieb an der 'Janusz-Korczak-Schule' durchzuführen, welcher von der Lehrerkonferenz der Schule zum 01. August 2007 beantragt wurde.

Über Bauarbeiten kann man sich im kommenden Jahr an der Grundschule Klosterstraße freuen. Denn im Haushalt 2007 sind gut 133.000 Euro für den Austausch der derzeitigen Einscheibenfenster und Türen vorgesehen. Das Geld war, wie ausdrücklich betont wurde, schon vor dem Starkregen der letzten Woche eingeplant, bei dem die alten Fensterrahmen das Wasser nicht gänzlich vom Eindringen in die Räume abhalten konnten. (cs)

25. Juni 2006


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